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Temporäre Haarentfernung

Bis in die 90er Jahre war die Intimrasur bzw. Entfernung des Schamhaares nur bei muslimischen Frauen verbreitet. Durch die zunehmende Darstellung von nackten, glatten, enthaarten Beinen und Achseln und enthaarten, glatten männlichen Oberkörpern wurde die nackte Haut zum Trend und fand weite Verbreitung weltweit.

Für die Haarentfernung an den Beinen, Achseln, Bikinizone, Körper und Intimbereich gibt es zahlreiche, teils altbewährte Verfahren, von denen die meisten allerdings nur für eine kurzfristige Haarentfernung gut sind. Für eine dauerhafte Haarentfernung haben sich Elektroepilation (Nadelepilation), Laser-, IPL- oder Ultraschallbehandlungen bewährt.

Temporäre Haarentfernung

Zur Geschichte

Bereits im Altertum war es in bestimmten Kulturen, wie z.B. in Ägypten oder Mesopotamien üblich, Körperhaare zu entfernen. Dies hatte zum einen ästhetische zum anderen auch prophylaktische Gründe, da dadurch Läusen und Milbeninfektionen vorgebeugt werden konnte. Zur Enthaarung wurden damals Bronzemesser und Bienenwachs verwendet. Auch die Anwendung von Kalklauge, arsenhaltigen Mitteln oder das mechanische Entfernen wurde beschrieben.
Darüber hinaus gibt es Formen der vermehrte Behaarung am Körper oder im Gesicht, die nicht nur ästhetisch störend sind, sondern eine psychische Belastung darstellen können. Die Ursachen für eine vermehrte Behaarung sind vielfältig. Am bedeutendsten sind genetische Faktoren, z.B. vermehrte Behaarung bei Menschen aus dem mediterranen Raum. Auch hormonelle Einflüsse spielen eine große Rolle. Insbesondere ist hier ein Missverhältnis zwischen männlichen und weiblichen Hormonen zu nennen, wie es z. B. bei sog. polycystischen Ovarien (hormonbildende Zysten in den Eierstöcken), bei Nebennierenerkrankungen oder bei Anabolikagabe vorkommt.

Rasur

Die Rasur ist sicher die weitesten verbreitete Methode der Enthaarung. Hierfür stehen heute sehr schonende Rasierapparate zur Verfügung. Zum einen sind dies mechanische Handrasierer mit besonders geschützten Klingen, um Verletzungen zu vermeiden.
Besonders schonend sind Handrasierer mit eingebautem, batteriebetriebenem Vibrationsmechanismus, da hier das Verletzungsrisiko noch geringer ist. Des weiteren stehen auch gute und effektive Nassrasiergeräte zur Verfügung.
Vorteile:
  • Kann selbst durchgeführt werden
  • Kein teurer apparativer Aufwand erforderlich
Nachteile:
  • Die Rasur muss alle 1-2 Tage wiederholt werden
  • Verletzungsgefahr
  • Häufige Ausbildung von kleinen Eiterpusteln (Follikulitiden)
  • Eine komplette Rasur ist zeitaufwändig

Brasilian-Waxing

Dies ist eine Form der Behandlung, insbesondere im Intimbereich, mittels Wachs oder Zuckermasse (Halawa).

Im Gegensatz zur Intimrasur werden die Haare beim Brasilian-Waxing mitsamt der Haarwurzel entfernt. Dadurch ist die Haut hinterher noch glatter, es sind keine punktförmigen Haarwurzeln mehr sichtbar. Die Haltbarkeit ist somit auch wesentlich länger als die der Intimrasur. Zusätzlich verlangsamt sich dadurch das Haarwachstum. Die nachwachsenden Haare sind zusätzlich dünner, unauffälliger und weicher.

Das Brasilian-Waxing wird anfangs alle 2 Wochen, später alle 6 Wochen. Die Haarentfernung mit der Zuckerpaste Halawa ist bereits im Orient eine Jahrhunderte alte Tradition.

Die Ursprünge des Brasilian- Waxings liegen in den Küstenstädten Brasiliens, wo die Behandlung in den 90er Jahren weite Verbreitung fand. Dies lag in erster Linie an der zunehmenden Verbreitung von Tangas und Minibikinis (Mikrokinis). Da sich in den folgenden Jahren immer mehr Hollywoodstars auch öffentlich zum Brasilian-Waxing bekannten, fand die Methode weitere Verbreitung. Dadurch hat sich auch der alternative Begriff Hollywood- Waxing etabliert.

Halwa

Dies ist ein Verfahren zur Entfernung von Haaren mitsamt den Haarwurzeln mittels Warmwachs oder mittels Zuckerpasten. Die Halawapaste wird aus Zucker und Zitronensaft gewonnen, teilweise wird noch Salicylsäure zugesetzt. Halawa ist eine im warmen Zustand sirupartige, nach dem Abkühlen zähe Masse. Halawa ist ein bekanntes Enthaarungsmittel aus dem Orient.
Da der Islam eine regelmäßige Enthaarung des Körpers vorschreibt, fand diese Methode im Orient weite Verbreitung. Im Vergleich zum Waxing ist die Halawa-Methode schmerzärmer und gründlicher. Zum einen ist Halawa nicht so heiß wie das Wachs, zum anderen klebt die Halawa- Paste nicht an den Hautzellen an, so dass beim Abziehen der Halawapaste kaum Schmerzen entstehen. Deshalb ist diese Methode insbesondere im Intimbereich gut geeignet.
Vorbehandlung

Zur Vorbehandlung werden warme Kompressen für einige Minuten auf die zu behandelnde Stelle gelegt. Evtl. wird auch ein Fruchtsäuregel auf die zu behandelnde Stelle aufgetragen. Durch beide Methoden wird die Haut weich und glatt, die Haare gereinigt und aufgeweicht. Anschließend wird das zu behandelnde Areal mit einer Desinfektionslösung gereinigt, desinfiziert und entfettet.

Durchführung

Warme Zuckermasse wird auf die zu enthaarende Stelle aufgetragen. Die erkaltete Zuckermasse wird dann in Haarwuchsrichtung abgezogen. Der Vorgang wird im Notfall mehrmals wiederholt, bis sämtliche Haare entfernt sind. Die Zuckerpaste dringt im warmen Zustand tief in die Haarfollikel ein, wodurch auch kurze Haare von 1-2 mm Länge erfasst und entfernt werden.

Wachsenthaarung

Spezialwachs wird erwärmt und als dickflüssige Masse mit dem Holzspatel auf die zu enthaarende Region aufgetragen. Anschließend lässt man das Wachs abkühlen, bis es verfestigt ist. Mit einem Ruck wird das Wachs dann entgegen der Haarwuchsrichtung abgezogen.
Beim Brasilien-Waxing werden keine Stoff- oder Fliesstreifen verwendet, sondern das abgekühlte Wachs wird direkt abgezogen.
Nachbehandlung

Zur Nachbehandlung wird ein beruhigendes, desinfizierendes Gel aufgetragen. Dies sollte einige Tage 2 x täglich fortgesetzt werden. Für 24 Stunden sollte Sauna, Schwimmen, Sonnenbäder und Geschlechtsverkehr (nach Intimbehandlung) vermieden werden. Gelegentlich kann es nach Warmwachs- oder Halawabehandlung zu eingewachsenen Haaren kommen. Dies kann durch regelmäßige Nachbehandlung mit einem Luffaschwamm weitgehend verhindert werden.

Nachteile der Wachsbehandlung

Die Behandlung ist anfangs schmerzhaft, insbesondere bei der ersten Behandlung, bei den Folgebehandlungen sind die nachwachsenden Haare dünner und feiner wodurch die Behandlung weniger schmerzhaft ist. Die Schmerzhaftigkeit lässt sich allerdings deutlich reduzieren durch vorherige Anwendung einer anästhesierenden Creme.

Enthaarungscremes

Es handelt sich um Präparate in Form von Cremes, Lotionen oder Schaum, die meist Thioglycolsäure oder Tiermilchsäure enthalten. Diese alkalischen chemischen Verbindungen lösen Peptidbindungen und Disulfidbrücken des Haarkeratins (Struktureiweiß des Haarschaftes) auf.
Die Präparate müssen 3-10 Minuten einwirken. Anschließend sind die Haarschäfte soweit aufgeweicht, dass sie mit einem Depilationsspatel entfernt werden können.
Vorteile:
  • Die Behandlung kann selbst durchgeführt werden.
  • Die Behandlung ist schmerzlos.
Nachteile:
  • Es wird nur der Haarschaft, nicht die Haarwurzel entfernt, somit muss die Behandlung häufig (alle 1-2 Wochen) wiederholt werden.
  • Die chemischen Verbindungen reizen häufig die Haut, weswegen sie in empfindlichen Regionen wie im Genitalbereich oder im Gesicht kaum geeignet sind.
  • Es treten häufig allergische Reaktionen oder toxische Hautreaktionen auf.
  • Schleimhaut- und Augenkontakt ist unter allen Umständen zu vermeiden (starke Entzündungen bis hin zur Erblindung).

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