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Chemical-Peeling München

Das chemische Peeling wird mit unterschiedlich starken Säuren durchgeführt. Diese führen zu einer Denaturierung (Gerinnung) von Eiweißmolekülen in der Hornschicht und Oberhaut. Hierdurch kommt es, je nach Stärke der Säure, zu einem mehr oder weniger deutlich sichtbaren weißen sog. „Frosting“ (weiße Verfärbung). Das zerstörte Eiweiß wird nach einigen Tagen in Form einer bräunlichen Kruste abgestoßen. Je nach Stärke der verwendeten Säure wird dadurch ein leichter oder stärkerer Schälungsprozess eingeleitet, der zu einer Regeneration der Haut durch Neubildung von neuen Oberhautzellen führt.

Die Haut wird somit neu „durchgeschichtet“. Lichtgeschädigte Hautzellen werden ebenso entfernt wie Pigmentansammlungen in der Oberhaut (Altersflecken, hormonbedingte Pigmentstörungen (Melasma)). Die Stärke des Säurepeelings ist dabei abhängig von der Stärke und der Konzentration der verwendeten Säure, von der Einwirkungsdauer und von der Intensität der Einreibung dieser Säure. Die Effekte des Säurepeelings sind umso stärker, je stärker die verwendete Säure ist, allerdings gilt dies auch für die Nebenwirkungen.

Chemical-Peeling München

Wir bieten in der KOSMED GmbH folgende Peelings an:

Ein ganz oberflächliches Peel (z.B. Fruchtsäurepeeling, Eindringtiefe 0,06 mm) vermindert die Haftung der Hautzellen in der Oberhaut und kann bis in die oberste Lederhaut wirken. Mitteltiefe Peels (z.B. Easy-Peel, Unideep, TCA-Peeling, (Eindringtiefe 0,45 mm) wirken bis in die mittleren Schichten der Lederhaut. Tiefe Peels (Phenol-Peel, Eindringtiefe 0,6 mm) wirken bis in tiefere Schichten der Lederhaut.
Mitteltiefe und tiefe Peels sind eingreifendere Behandlungsmethoden mit nachfolgenden mehrtägigen Abschälungsvorgängen. Das Prinzip der Peelings liegt dabei darin, dass die Ober- und Teile der Lederhaut vorübergehend durch die Peelingsubstanzen geschädigt werden, wodurch Wundheilungs- und Reparaturvorgänge ausgelöst werden. Durch Sonnenlicht geschädigte Collagenfasern werden daraufhin durch neue, regelrecht und parallel angeordnete Collagenfasern und elastische Fasern ersetzt. Durch die Reparaturvorgänge kommt es auch wieder zu einem Volumenaufbau der Lederhaut, wodurch diese dicker und straffer wird. Der Wundheilungsverlauf und die ausgelösten Reparaturvorgänge sind dabei abhängig von der Eindringtiefe der Peelingsubstanzen.

Die Indikationen für ein oberflächliches Peel (Alpha-Peel, Fruchtsäure-Peeling, Kombi-Peel, Jessner Peeling) sind:

  • Fältchen
  • Hyperpigmentierungen
  • Leichte Akne vulgaris und Rosacea
  • Hyperkeratosen (Verhornungen)
  • Melasma (Pigmentstörungen im Gesicht).

Die Indikationen für ein mitteltiefes Peel (Easy-Peel, TCA-Peel, Unideep-Peel) sind:

  • Oberflächliche Falten
  • Hyperpigmentierungen
  • Ausgeprägte Akne papulopustulosa
  • Flache Aknenarben
  • Lichtschäden (Aktinische Keratosen)

Die Indikationen für ein tiefes Peel (Easy-Peel, TCA-Peel, Unideep-Peel) sind:

  • Tiefe Falten
  • Tiefe Aknenarben
  • Ausgeprägte Lichtschäden (Praekanzerosen)

Vorbehandlung:

Um lange Nachwirkungen wie langanhaltende Rötungen oder Pigmentierungen zu vermeiden, muss die Haut vor jeder Peeling-Behandlung (außer Alpha-Peel) vorbehandelt werden. Beim oberflächlichen Peeling erfolgt die Vorbehandlung 2-4 Wochen lang 2 x täglich mit einer Fruchtsäurezubereitung (Gel/Creme, z.B. Neo Strata).

Bei mitteltiefen und tiefen Peels wird die Haut bereits 4 Wochen lang mit einer hydrochinon-tretinoinhaltigen Präparation (Pigmanorm) vorbereitet. Dies führt zu einer Verkürzung der Abheilungsrate und zu einer Verhinderung von Überpigmentierungen nach dem Peeling.

Bei mitteltiefen und tiefen Peelings wird zusätzlich eine Prophylaxe gegen Herpes (Aciclostad 400 3×1 2 Tage vor dem Peeling beginnend, bis 3 Tage nach dem Peeling) und ggf. eine Antibiotikaprophylaxe (Ciprohexal 250 2×1 ab dem Peelingtag für 5 Tage) durchgeführt.

Bei tiefen Peelings hat es sich bewährt, 2 bis 4 Wochen vor der Peeling-Sitzung eine Injektionsbehandlung mit Botulinumtoxin durchzuführen, da dadurch die mimische Muskulatur ruhiggestellt und sich die Haut in der Abheilungsphase nicht wieder in ein Faltenmuster legt.

Technik oberflächlicher Peelings

Nach gründlicher Reinigung mit Seife und Entfettung mit Aceton wird die Peelinglösung gleichmäßig mit einem Pinsel auf die Gesichtshaut aufgetragen. Wenn Rötungen und Brennen auftreten, wird die Säure mit Natriumbicarbonat neutralisiert.

Anschließend wird das Gesicht gründlich mit Wasser abgewaschen. Abschließend wird eine beruhigende Creme aufgetragen. Wiederholungen werden in 1-2wöchigem Abstand durchgeführt.

Technik mitteltiefer Peelings

Nach gründlicher Reinigung des Gesichtes mit einer Syndetlösung und Entfettung mit Aceton wird die Peelingsubstanz mit Watteträgern oder Kompressen gleichmäßig in mehreren Schichten aufgetragen, bis eine gleichmäßige Weißfärbung („Frost“) auftritt. Beim Auftragen der Peelingsubstanz tritt für 1-2 Minuten ein starkes Brennen auf, deshalb muß während des Auftretens mit einem Ventilator oder einem starken Kaltluftgerät gekühlt werden. Anschließend werden für 10 Minuten feuchte Kochsalzumschläge aufgelegt.

Nach beendetem Peel wird eine fetthaltige Pflegesalbe aufgetragen. Der weiße Frost wird nach wenigen Minuten durch eine Rötung und Schwellung abgelöst, die nach 48 Stunden ihren Höhepunkt überschritten hat. Es bilden sich dann bräunliche Krusten aus, die zwischen dem 7. und 12. Tag vollständig abgeblättert sind. Legen Sie bitte 2 x täglich für eine halbe Stunde feuchte Kochsalzkompressen auf Ihr Gesicht auf. Tragen Sie danach bitte 3 x täglich für 15 Tage die Heilsalbe und danach die Heilcreme auf. Meiden Sie bitte 6 Wochen lang jegliches Sonnenlicht, danach Sonnenexposition nur mit einem Sun-Blocker. Beginnen Sie bitte 4 Wochen nach der Peelingbehandlung mit der hydrochinon-tretinoinhaltigen Postpeel-Lotion.

Technik tiefer Peelings (Phenol-Peel, Lip- and Eyelid-Peel)

Phenol wird über die Haut aufgenommen und über Leber und Niere ausgeschieden. Bei großflächiger Behandlung kann Phenol Nebenwirkungen auf den Herzmuskel haben (Herzrhythmusstörungen). Daher müssen vor einer großflächigen Peelingbehandlung Leber- und Nierenwerte bestimmt werden. Die großflächige Behandlung selbst wird unter EKG-Kontrolle in Vollnarkose oder Sedoanalgesie (Zufuhr von Beruhigungs- und Schmerzmitteln) durchgeführt. Kleinflächige Areale können ohne EKG-Kontrolle in Lokalanästhesie durchgeführt werden (Unterlider, Lippen, Mundpartie). Nach gründlicher Reinigung mit einem Syndet und Entfettung mit Aceton wird die Peelinglösung in mehreren Schichten mit einem Watteträger unter starkem Druck eingerieben, bis ein grau-weißer Frost entsteht. Nach vollständigem Auftragen wird ein Tape-Pflaster darüber geklebt, um die Eindringtiefe zu erhöhen.

Beim Lip-and-Eyelid-Peel wird mit einem Wismut-Puder nachbehandelt. Nach der Behandlung entsteht eine starke Schwellung und ein Nässen. Der Tape-Verband wird nach 24-48 Stunden abgenommen. Anschließend wird in der Praxis eine Wundreinigung durchgeführt (Wundpflege mit Kochsalz-Weinessig, Wasserstoffsuperoxyd, mechanische Reinigung). Anschließend werden antibakterielle Wundsalben und später Cremes aufgetragen. Die vollständige Abheilung der Oberhaut ist meist bis zum 10. Tag abgeschlossen. Die Haut ist anschließend noch bis zu 12 Wochen mehr oder weniger stark gerötet. Die Rötung kann mit Make-up abgedeckt werden.

Nebenwirkungen und Komplikationen bei mitteltiefen und tiefen Peelings

  • Rötung, Schwellung, Nässen, Verkrustung: Treten regelmäßig auf.
  • Persistierende Rötung: Gelegentlich kann die Rötung länger als 12 Wochen persistieren. Hier wird mit speziellen Cremes nachbehandelt.
  • Teleangiektasien: Nach tiefen Peelings können feine Äderchen entstehen, die mit speziellen Lasern beseitigt werden können.
  • Hyperpigmentierungen: Bei dunkleren Hauttypen (Hauttyp 3) können diese vorübergehend auftreten. Durch intensive Vor- und Nachbehandlung mit hydrochinonhaltigen Präparaten sind diese aber meist vermeidbar.
  • Milien: Es handelt sich um kleine Talgzysten durch Verschluss von Talgdrüsenausführungsgängen, die leicht entfernt werden können.
  • Infektionen (viral/bakteriell): Insbesondere bei tiefen Peelings entstehen große, nässende Wundflächen, die infektionsgefährdet sind. Durch die prophylaktische Gabe von Anti-Herpes- und antibakteriellen Mitteln können Infektionen in der Regel vermieden werden.
  • Narbenbildung: Bei regelrechtem Heilungsverlauf treten Narbenbildungen nicht oder nur äußerst selten auf. Nach Infektionen oder Wundheilungsstörungen können diese aber auftreten, weshalb hier rasch und frühzeitig mit Cortisoncremes behandelt werden muss.